Sind Sinnfluencer die „besseren“ Influencer?

Sinnfluencer, also Influencer mit Sinn, werden in den sozialen Netzwerken immer beliebter. Sie sind so zu sagen die grünen Influencer. Das heißt, sie empfehlen nachhaltige Produkte und inspirieren ihre Community, mit nachhaltigen Produkten ihr Leben beeinflussen. Dafür werden sie nicht immer bezahlt, denn viele zeigen ihren nachhaltigen Lifestyle auch aus persönlicher Überzeugung bei Instagram, Facebook & Co.

Die Rolle der Influencer in der digitalen Gesellschaft

Den Begriff verbinden wir oft mit Instagram und Social Media, doch genau genommen gibt es Influencer schon beinahe so lange wie die Menschheit selbst. Seit jeher haben sich die Menschen nämlich Vorbilder gesucht, denen sie gefolgt sind. Sie haben deren Ideologien übernommen, ihren Kleidungsstil kopiert, sich mit ihnen identifiziert. Das gilt für fast alles, das uns im Leben begegnet: Religion, Sport, Mode, Lifestyle. Die Liste der Beispiele ist lang. Spätestens, seit es digitale Massenmedien gibt, haben sich die sogenannten Stars entwickelt – und damit eben die moderne Art von Influencern.

Heutzutage sind die Grenzen fließend: Die meisten Filmstars, Sportler und Musiker sind auch auf Social Media aktiv und gelten somit ebenfalls als Influencer. Demgegenüber gibt es aber auch Influencer, die eben nur auf Instagram oder in anderen sozialen Netzwerken bekannt sind. Sie sind eigentlich ganz normale Menschen, die sich aber eine große Fancommunity von mehreren zehntausend, hunderttausend oder sogar Millionen Followern aufgebaut haben und dadurch einen großen Einfluss ausüben.

Neues Rollenverständnis: Vom Influencer zum „Sinnfluencer“

Derzeit ist ein Wandel in der Instagram-Welt erkennbar. Immer mehr Influencer wollen nicht mehr nur über Oberflächlichkeiten sprechen, sondern ihren Einfluss aktiv nutzen, um die Welt zu verbessern. Sie möchten ihren Followern damit zeigen, nachhaltiger, gesünder, oder bewusster zu leben. Auf diesen Zug springen auch immer mehr Promis auf und nutzen Instagram & Co. Aber sind sie damit schon Sinnfluencer?

Während viele der bekannten Influencer offensichtlich versuchen, mit einem Mix aus bisherigem Content und sinnhaften Inhalten ihre Community nicht zu sehr vor den Kopf zu stoßen, sieht das bei den waschechten „Sinnfluencern“ anders aus. Sie haben sich ihrem Thema voll und ganz verschrieben und kreieren ihren gesamten Content dafür – zum Beispiel für den Umwelt- und Tierschutz, eine gesunde Ernährung, mentale Gesundheit, Müllvermeidung und viele mehr.

Es wird spannend, wohin sich die Influencer, Stars, Sinnfluencer & Co in Zukunft entwickeln werden. Doch wenn sie damit Gutes bewirken, ist dieser neue Trend aus unserer Sicht auf jeden Fall ein guter Schritt!

The New Influencer Marketing? Zero Waste & Minimalism

Galten zunächst Branchen wie Beauty und Fitness als Heimat der digitalen Meinungsführer, kristallisieren sich nunmehr weitere Themengebiete heraus, die sich dem Influencer Marketing bedienen. Mit an der Spitze sind Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein. Einige Influencer appellieren immer stärker an ihre Abonnenten, sich diesem neuen „Trend“ anzuschließen und benennen sich teilweise selbst als sogenannte „Sinnfluencer“, also Influencer die sinnvolle Inhalte teilen. Inhalte sind etwa plastikfreies Leben, Müllvermeidung und bewusster Konsum. Dabei versuchen Sinnfluencer ihre Follower zu einem nachhaltigeren und minimalistischen Lebensstil zu inspirieren und damit insgesamt für Klimaschutz und eine sozial gerechte Welt.

Zunächst scheint dies ein Widerspruch zum klassischen Influencer Marketings zu sein, da hier überwiegend der Konsum im Fokus steht. Wenn wir es uns allerdings genauer ansehen, ist es dasselbe Marketingkonzept, eben nur für einen anderen Zweck.

Sinnfluencer setzen bei Instagram ein Zeichen für Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Wir haben uns durch einige Instagram-Profile geklickt und zeigen dir 4 Sinnfluencer, darunter sind sowohl Influencer mit einer Reichweite von 1.000 bis 100.000 Abonnenten. Und speziell beim Sinnfluencing ist es aus unserer Sicht nicht die Anzahl der Abonnenten, die zählt, sondern vielmehr die hohe Interaktionsrate. Ein für uns interessanter Aspekt ist dabei die Erkenntnis, dass es fast ausschließlich Frauen sind, die sich diesem Thema verschrieben haben. Wo sind die männlichen Sinnfluencer geblieben?

Mit Instagram gegen Müll: Wastelandrebel

Shia Su steckt hinter dem Instagram-Account _wastelandrebel_. Sie lebt vegan, probiert sich an Zero Waste und liebt Tiny Houses. Auf ihrem Blog mit 3.143 E-Mail-Abonnenten gibt sie auch wertvolle Tipps zur Müllvermeidung. Mittlerweile ist sie auch Buchautorin und vertritt die These: Nachhaltig zu leben muss nicht anstrengend sein und weder Verzicht noch Selbstgeißelung bedeuten.

Natur und Pflanzen entdecken

Anne Marie aus Koblenz gehört der Instagram-Account todayis_de. Bei vielen ihrer Postings geht es um Pflanzen, Plastikverpackungen und die aktuelle Corona-Situation.

„Ich selbst rette jedes Jahr tonnenweise Lebensmittel vor dem Müll und verteile sie an soziale Einrichtungen weiter. Dazu haben wir im Januar unseren eigenen Verein gegründet. Beim Spazierengehen sammle ich Müll auf und gebe ihn dorthin, wo er reingehört: in eine Mülltonne“ sagt sie in einem ihrer Beiträge

Sinnfluencerin aus Münster: Piakraftfutter

Auf ihrem Profil Piakraftfutter postet Pia aus Münster Beiträge zum Klimaschutz, vegane Ernährung und Müllvermeidung. Bananen, Avocados, Mangos und andere Früchte hat sie zum Beispiel aus dem Müll gerettet. Gleichzeitig spricht sie offen über das Tabu-Thema Sexualität und polarisiert damit auch ihre Community. Mehr als 52k folgen Pia mit durchschnittlich 4.500 Likes pro Posting und jeder Menge Kommentare.

Smiles and green life

Christiane zeigt ihren Green-Lifestyle ihrem Insta-Account smiles.and.green.life. Ihre Postings zeigen Zero-Waste-Bällchen, Yoga, krumme Karotten und Bambus-Zahnbürsten.

Sinnfluencing – Das Greenwashing des Influencer Marketings?

Grundsätzlich sind Influencer aber auch Werbefiguren: Sie machen bezahlte oder unbezahlte Werbung für eine bestimmte Sache – von Kosmetika über Fashion bis hin zu Smart-Home-Gadgets.

Sinnfluencer-Themen ähneln dem ursprünglichen Verständnis des Influencer Marketings insofern, dass die Beiträge über Zero Waste oder Minimalismus zunächst weniger kommerziell geprägt scheinen. Auch die ersten „klassischen“ Influencer-Beiträge wurden ohne werbliche Zwecke veröffentlicht. Erst im Laufe der Zeit haben Influencer nach Wegen gesucht, um ihre Inhalte zu vermarkten.

Mittlerweile ist natürlich erkennbar, dass auch Sinnfluencer Werbung für Produkte machen. Dabei handelt es sich meist um nachhaltige oder plastikfreie Produkte und zu bedachtem Konsum. Natürlich suchen auch Sinnfluencer nach kommerziellen Formen, weil sie langfristig nur durch Werbeeinnahmen ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Und das finden wir auch gut so.

Persönlich wünsche ich mir, dass Sinnfluencing nicht als Modeerscheinung wieder verschwindet, sondern sich als neuer Trend nachhaltig festsetzt, so nachhaltig wie wir mit unserem Konsum umgehen sollen und müssen. Für unsere gemeinsame Zukunft – denn jeder von uns entscheidet mit seinem Konsumverhalten über die Zukunft unserer Welt und unseres Planeten.

Mit besten Grüßen

Gernot 🚀 vom Team Karma

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